StifterDie Wurzeln der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm reichen durch ihre Vorgängerorganisation, die Geschwister-Scholl-Stiftung, zurück bis in die deutsche Nachkriegszeit: Noch unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Diktatur engagierten sich Inge Scholl und Otto „Otl“ Aicher beim Aufbau der Ulmer Volkshochschule für einen demokratischen Neuanfang, der das humanistische Bildungsideal in den Herzen der Deutschen verankern und auf der Basis von Toleranz in einem demokratischen System jeder Couleur des Totalitarismus vorbeugen sollte. Die Prämisse von der politischen Verantwortung und vom demokratischen Handeln des Einzelnen mündete schließlich in die Gründung der Geschwister-Scholl-Stiftung. Inge Scholl wollte mit der Stiftung das Gedenken an ihre Geschwister Sophie und Hans wach halten, die von den Nationalsozialisten wegen ihrer Mitgliedschaft in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ 1943 hingerichtet worden waren. Die Gelder für das Projekt einer Stiftung – die Phase der Konzipierung und Finanzierung dauerte von 1945 bis 1952 – kamen von John Jay McCloy, dem amerikanischen Hochkommissar für Deutschland, von der Bundesfinanzdirektion und von der europäischen Europahilfe. Die Stiftung wurde zur Trägerin der legendären „hfg ulm“, die es sich, dem Stiftungszweck entsprechend, zur Aufgabe gemacht hatte, das neue Bildungsideal umzusetzen. Die private Hochschule soll „eine zeitnahe universelle Ausbildung vermitteln, welche fachliches Können, kulturelle Gestaltung und politische Verantwortung zu einer Einheit verbindet. Dabei sind vor allem Gestaltungsgebiete mit starken sozialen Auswirkungen vorgesehen wie Formgebung von Industrieprodukten, Architektur und Stadtbau, Journalismus, Rundfunk, Fernsehen, Film und Werbung“ (Satzung der Geschwister-Scholl-Stiftung). Am 1. April 1953 wurde der Bauhaus-Schüler Max Bill zum ersten Rektor dieser geisteswissenschaftlich-gestalterisch orientierten Hochschule für Gestaltung auf dem Ulmer Kuhberg ernannt. |
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