"From Evil to Reality – Designing Wallstreet"Ulm, 21. September 2009 (ifg) – Gipfeltreffen der Gestaltung auf dem Ulmer Kuhberg: Die Intendantin des Internationalen Forums für Gestaltung IFG Ulm GmbH, die renommierte Schweizer Politologin Dr. Regula Stämpfli, hat eine positive Bilanz des diesjährigen IFG Ulm-Hearings gezogen. Zu der in Designkreisen hoch angesehenen Veranstaltung kamen wieder zahlreiche internationale Fachexperten in den Räumen der ehemaligen Hochschule für Gestaltung HfG Ulm zusammen. "Wir haben nicht nur eine Wirtschaftskrise und eine politische Krise, wir haben auch eine Krise der Formen", führte die Intendantin des IFG Ulm-Fachbeirats aus. "In der Gestaltung und den bildenden Künsten ist die Repräsentation entscheidend geworden und gestaltet die Realität. Deshalb brauchen wir wieder eine moralische Klarheit auf der Grundlage einer verbindlichen Designtheorie, aus der sich wiederum förmlich gebundene, gegenständliche Konsequenzen ziehen lassen." Stämpfli hatte mit ihrem Vortrag "From Evil to Reality – Designing Wallstreet" Denkanstöße für eine rege Diskussion der Hearing-Teilnehmer geliefert, unter ihnen auch die IFG-Mitglieder Ruedi Baur und Daniël van der Velden sowie der Vorstand und Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Professor Philipp Oswalt. Die IFG Ulm-Tätigkeit der vergangenen vier Jahre im Rahmen des weltweit einmaligen Förderprogramms "Designing Politics – The politics of design" habe gezeigt, wie wichtig es sei, eine frische, historisch verbundene und doch zukunftsorientierte Designtheorie zu entwickeln. "Denn, und in diesem Sinne bin ich ganz bei Oscar Wilde, eine Landkarte ohne Utopie ist der Betrachtung nicht wert", führte Regula Stämpfli weiter aus. Diesem Mangel an Utopie will auch der IFG-Förderkandidat 2009/10, der Kommunikationsdesigner Florian Walzel, mit seinem beim Hearing erstmals präsentierten, designtheoretischen Forschungsprojekt "Von Gegenstand zum Widerstand – Zur Redefinition sozialer Designtheorie" entgegentreten. Walzel wird die Frage erforschen, ob es in einer pluralistischen Gesellschaft noch eine holistische Designtheorie geben kann, die wie beim Bauhaus oder der HfG Ulm im Humanen, Sozialen und Politischen verankert werden kann. Dabei will er die "Rahmenbegriffe einer alternativen Designethik" ausloten und sie schließlich als Bausteine für eine Neufundamentierung sozialer Designtheorie nach der Wirtschaftskrise verwenden. "Instant-Lösungen wird es nicht geben", so IFG Ulm-Intendantin Regula Stämpfli. "Aber es ist wichtig, in der momentanen Krise den Mut zu zeigen, von Ulm aus, mit seiner großen Tradition der Gestaltungstheorie, ein positives Zeichen für die Zukunft zu setzen. Wir müssen für uns wieder in Anspruch nehmen können, auf der Grundlage neuer Kategorien gute und schlechte Formen zu beurteilen. Dann sind wir vom theoretischen Widerstand wieder beim Gegenstand angelangt." Kolleginnen und Kollegen von der Presse erhalten rechtefreies Bildmaterial unter info(at)agentur-planquadrat.de oder Fax: 089 / 36 88 721 |
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