LeitideeÄsthetik der Verantwortung – über diesem lakonischen Aphorismus entfaltet sich eine Architektur des Denkens, deren Fundament in Deutschlands Stunde null liegt. Es war die Idee von der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung des Einzelnen im Allgemeinen und des Gestalters im Besonderen, die im intellektuell und künstlerisch versierten Gravitationsfeld um Inge Scholl, Otl Aicher und Max Bill entstand. Es war die Lehre aus den Verbrechen der Nationalsozialisten und die demokratische Verpflichtung des „Nie wieder“. Die Bemühungen des Triumvirats Scholl-Aicher-Bill mündeten alsbald in der Gründung der Geschwister-Scholl-Stiftung. Ihr Zweck war es, eine Hochschule zu etablieren und zu führen, was zwischen 1953 und 1968 mit der legendären Designerschmiede „hfg ulm“ auf dem Kuhberg in die Tat umgesetzt wurde. 1986 wurde die Stiftung umbenannt und firmiert seither unter dem Namen Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm. Sie sieht sich in der geistigen Tradition ihrer Vorgänger-Organisation. „Unser globales Gemeinwesen ist sehr zerbrechlich, deshalb ist der Anspruch der HfG-Gründergeneration um Inge Scholl, Otl Aicher und Max Bill aktueller denn je“, so Dr. Dieter Bosch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung HfG Ulm und Geschäftsführer der IFG Ulm GmbH. Im Gegensatz zur Geschwister-Scholl-Stiftung betreibt die Stiftung HfG Ulm keine Universität, sondern verfolgt ihrer Satzung gemäß das Ziel, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung der Gestaltung (Architektur, Städteplanung, Design, Kunst) sowie Denkmalpflege zu fördern. Die Stiftung hat ihren Sitz in Ulm. Sie unterstützt Gestaltungsprojekte, die den kulturellen Wandel analysierten und visualisieren. Dies sind Projekte, die Prozesse des Werdens beschreiben, die sich von der rein materiellen Gestaltung lösen und ins Reich der Ideen transzendieren. Ideen, die unsere soziale und physische Umwelt nachhaltig prägen, die hinter die Oberfläche sehen und realistische Ansätze entwerfen, um diese dann umzusetzen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Stiftung, die historische Entwicklung der HfG und des IFG Ulm als Basis der Grundlagenforschung zu sichern sowie den sich im Stiftungsbesitz befindlichen Gebäudekomplex der ehemaligen Hochschule für Gestaltung von Max Bill am oberen Kuhberg als Kulturdenkmal des Landes Baden-Württemberg zu erhalten, ja ihren Wert zu mehren. Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen sowie Spenden und Zuwendungen dienen dazu, den Stiftungszweck zu erfüllen. Das geschieht vor allem durch die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Tochtergesellschaft, die Internationale Forum für Gestaltung Ulm GmbH (IFG Ulm), die im Auftrag der HfG Ulm den Leitgedanken von der gesellschaftlichen Verantwortung des Gestalters neu zu formen versucht. |
||