Design as a Solution?

Ulm, 14. September (hfg) - Gestaltung in Zeiten der Krise – das Hearing der IFG Ulm GmbH wird sich in diesem Jahr intensiv mit dem Themenkomplex "Design as a Solution?" auseinander setzen. "From Evil to Reality – Designing Wallstreet" lautet der Titel des Vortrags von Dr. Regula Stämpfli, mit dem die renommierte Schweizer Politologin und  Intendantin des IFG Ulm-Fachbeirats die Diskussionsgrundlage bei dem Treffen am 17. September, ab 14 Uhr, in den Räumen der ehemaligen Hochschule für Gestaltung HfG Ulm am Oberen Kuhberg legen wird. Die IFG Ulm-Mitglieder Prof. Ruedi Baur und Daniel van der Velden werden mit ihren hochaktuellen Beiträgen weitere Denkanstöße für die Diskussion der anwesenden, hochkarätigen Design-Experten aus aller Welt liefern. 

"Wie in den Künsten, wo der Schaffensprozess im fertigen Werk nichts mehr zählt, ja wo bei den Konzeptkünstlern noch nicht einmal mehr die Beherrschung eine handwerklich-meisterliche Qualifikation vorausgesetzt ist – genauso hat inzwischen die Wirtschaft die stoffliche Seite des Produktionsprozesses entwertet", erklärt Regula Stämpfli. "So ist die Repräsentation entscheidend geworden und gestaltet die Wirklichkeit. Hier bietet nicht zuletzt Ulm den notwendigen Reality check: Denn wo geformt wird, wird auch gesehen und erfahren."

Im Rahmen des Förderprogramms "Designing Politics – The politics of design" wird zudem der Kommunikationsdesigner Florian Walzel sein Projekt "Von Gegenstand zum Widerstand – Zur Redefinition sozialer Designtheorie" vorstellen. Walzel will der Frage nachspüren, ob es in einer pluralistischen Gesellschaft noch eine Designtheorie geben kann, die mehr den Menschen und weniger die Märkte in den Mittelpunkt rückt.

Seit der Beschleunigung der Ökonomie in den 80er Jahren wurden umfassende Gestaltungstheorien à la Bauhaus oder hfg ulm, die im Sozialen und Politischen verankert waren, einer Vielzahl individualistischer Design-Paradigmata geopfert. Florian Walzel will diesem Mangel an Utopie mit seinem Theorie-Projekt entgegentreten, in dem er die „Rahmenbegriffe einer alternativen Designethik“ auslotet und sie schließlich als Bausteine für eine Neufundamentierung sozialer Designtheorie nach der Wirtschaftskrise verwendet.

Der Kommunikationsdesigner Florian Walzel forscht im Rahmen des Master-Programmes „Design Studies“ über Entwurfsverantwortung und Designethik an der Burg Giebichenstein, Halle. Er ist Preisträger der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und des Deutschen Studienpreises der Körberstiftung.

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